Boxen und Krafttraining – Wie richtig kombinieren?

In unserem heutigen Blogartikel werden wir uns mit dem richtigen Boxtraining in Kombination mit Krafttraining auseinandersetzen und versuchen zu erklären, wie man die beiden unterschiedlichen Trainingsarten perfekt miteinander kombinieren kann. Auch wenn das Boxen am Boxsack eher dem Ausdauersport zuzuordnen ist, kann dieses durch Fitness- und Krafttraining sehr gut ergänzt werden. Wer schon einmal am Boxsack trainiert hat, wird hier mit Sicherheit zustimmen und das begleitende Krafttraining schon nach kurzer Zeit sehr zu schätzen wissen.

Kraft als Leistungsgrundlage beim Boxen

Kraft ist ein wichtiger Bestandteil des Boxens, da neben Ausdauer, Kondition und Koordination auch die Schlagkraft eine entscheidende Rolle spielt. Daher ist das Krafttraining beim Boxen die Leistungsgrundlage zur Verbesserung der Schnellkraft und Schnelligkeit. Dies lässt sich durch ein sogenanntes Maximalkrafttraining erreichen. Beim Maximalkrafttraining werden zwei besondere leistungsbestimmende Faktoren trainiert. 

1. Muskelhyperthrophie

Unter Muskelhyperthrophie (Kraftaufbauphase – KA) – auch Dickenwachstum - versteht man die Größenzunahme eines quergestreiften Muskels als kompensatorische Reaktion auf eine erhöhte Belastung wie zum Beispiel gezieltes Muskeltraining. Die Ursache für das Wachstum der Muskeln sind die belastungsbedingten Mikroläsionen der Muskelfasern mit Volumenzunahme der Myozyten. Diesen Effekt erreicht man durch kurze intensive Muskelbeanspruchungen mit kurzen Pausen dazwischen. Man spricht von der sogenannten Intervallmethode. Dabei sollte die Intensität hoch und der Belastungsumfang bei ca. 12 Wiederholungen und 8-12 Sätzen sein. Dazwischen legt man bestenfalls eine Pause von 1 Minute ein. 

2. Intramuskuläre Koordination 

Die intramuskuläre Koordination (Maximalkraftphase – MK) beschreibt die Fähigkeit eines Muskels so viele Muskelfasern wie möglich anzuspannen. Das intramuskuläre Koordinationstraining ist eine äußerst anstrengende Trainingsform zur Verbesserung des Kraftniveaus eines Sportlers. Um die intramuskuläre Koordination zu stärken, werden vorzugsweise Grundübungen mit 1-6 Wiederholungen bei hoher Intensität von 80% - 100% durchgeführt. Die Pause zwischen den einzelnen Trainingssätzen sollte bei ca. 2 Minuten liegen. Die Kraftsteigerung erfolgt nicht durch Muskelwachstum wie bei der Muskelhyperthrophie, sondern durch Verbesserung der biochemischen Prozesse.

Um das Ganze vereinfacht auszudrücken, bei der Muskelhyperthrophie wird die Kraft der einzelnen Muskelzellen trainiert und bei der intramuskulären Koordination wird die gleichzeitige Kontraktion der Zellen gestärkt bzw. trainiert.

Wie wichtig ist Kraft für den Boxsport?

Obwohl Kraft wie bereits erwähnt ein wichtiger Bestandteil des Boxsportes ist und als Leistungs-Grundlage für einen erfolgreichen Athleten nicht wegzudenken ist, gibt es dennoch einige Bereiche, die für einen Boxsportler wichtiger sind als reine Kraft. Kraft ist eine Leistungsvoraussetzung für erfolgreiches Boxen und sollte daher bereits und hauptsächlich in der Aufbauphase trainiert werden. Ist eine solide Kraftgrundlage gelegt, sollte man sich als Boxer vermehrt auf andere Bereiche konzentrieren. Die hauptmotorischen Ansprüche an einen Boxer sind mit 35% - 40% Schnellkraft und Ausdauer, mit 25% Schnelligkeit und mit 25% Koordination und Beweglichkeit. Der Leistungsanspruch im Bereich Kraft liegt hingegen in der Gesamtbetrachtung bei „nur“ 10% - 15%.

Was heißt dies für das Krafttraining eines Boxers?

Diese Leistungsanforderungen bedeuten, dass man sich im Anschluss an das Maximalkraftphasen-Training hauptsächlich auf Schnelligkeit und Ausdauer sowie die technisch taktische Ausbildung konzentrieren sollte. Bei über die Maximalkraftphase hinausgehendem Training, kann es zum Problem werden, dass die neu entwickelten Muskelzellen noch keine ausreichende Energiespeicherung haben und somit nicht ausdauernd Leistung erbringen können. Da die für die Muskelzellen benötigte Energie dann von woanders abgezogen werden muss, kann es im Wettkampf plötzlich passieren, dass beispielsweise die Hände nicht mehr oben gehalten werden können oder die Beine schwer werden und dem Athleten buchstäblich die Luft ausgeht.

Macht der Muskelaufbau beim Boxtraining langsamer?

Gemäß einer allgemeinen Annahme sollen große Muskeln den Bewegungsapparat verlangsamen. Allerdings stimmt dies nicht ganz, denn umfangreiche Muskeln müssen den Körper keineswegs ausbremsen. Die Lösung liegt im dualen und ausgeglichenen Training. Man sollte neben dem Muskelaufbau auch immer an der Schnellkraft und Schnelligkeit arbeiten. Aus diesem Grund ist eine Kombination aus Krafttraining und Boxtraining ideal, um seinen Körper zu stählen und neben Ausdauer auch am Muskelaufbau zu arbeiten. Während das Boxtraining die Spritzigkeit trainiert, kann man durch gezieltes Krafttraining die Schlagkraft, Beinarbeit und die Standfestigkeit verbessern.

Zum Schluss noch ein Trainingstipp für die Verbesserung der Schlagkraft:

Workout:

1. 4 x 3 Minuten – Techniktraining

2. 4 x 30 Sekunden – Punch-Out-Drills

3. 1 x 3 Minuten Runde

Das Workout beginnt mit 4 Runden am Boxsack, wobei der Schwerpunkt auf der sauberen Durchführung der Schlagtechniken liegt. Während des Techniktrainings bewegen Sie sich von links nach rechts und wieder von rechts nach links. Außerdem können Sie Blockbewegungen und Finten einbauen. Zwischen den Runden machen Sie jeweils eine Minute Pause. Nach dem Techniktraining folgen sogenannte Punch-Out-Drills, also eine nicht endende Folge von Schlägen über 30 Sekunden hinweg. Dabei wird so hart wie möglich geschlagen. Zwischen den Runden ebenfalls eine Minute Pause. Zu guter Letzt folgt eine Runde á 3 Minuten am Sandsack. Durch das harte Training zuvor werden schon zu Beginn Ermüdungserscheinungen auftreten und Sie werden gezwungen, sich durch die Ermüdung zu kämpfen – fast wie im echten Kampf.

Für ein intensives Training am Boxsack sollten Boxsäcke aus Leder oder reißfestem PVC Spezialgewebe gewählt werden, sonnst wird die Freude am Training nicht lange andauern.

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.