Aggressionsprävention mit Boxsport Training

Das gerade Kampfsport oder im Speziellen Boxsport als Mittel zur Aggressionsprävention eingesetzt werden soll, hört sich für die meisten im ersten Augenblick wohl etwas merkwürdig an. Doch mittlerweile sind einige Studien von renommierten Sportwissenschaftlern und Psychologen zu dem Schluss gekommen, dass gerade die allgemein als gewaltfördernd angesehenen Sportarten optimal zur Prävention von Aggressionen und Gewalt herangezogen werden können. Warum dies so ist und wie die Ergebnisse der Studien im Detail aussehen, wollen wir im folgenden Artikel näher beschreiben.

Studie zu den Ursachen von Gewalt und Aggressionen

Die von Professor Martin Killias vom Kriminologischen Institut der Uni Zürich geleiteten Untersuchungen zu den Ursachen von Gewalttaten bei Jugendlichen brachte nach einer ausführlichen Befragung von über 5.000 Schülern und Schülerinnen ein zu erwartendes Ergebnis. Gewalt und Aggression korrelierte meist mit Problemen im familiären Bereich, Migrationshintergrund, schwachen schulischen Leistungen, Alkohol, Drogen und Ignoranz von Regeln und Geboten.
Interessanter und nicht ganz so vorhersehbar war hingegen ein zweiter Teil der Studie. Dabei wurde der Zusammenhang von Sportarten und Gewalt untersucht. Es wurde herausgefunden, dass Trainierende von Mannschaftssportarten wie Fußball, Eishockey und Handball sowie Kampfsportler und Bodybuilder öfters Gewalt anwenden. Allerdings muss die Studie insofern relativiert werden, dass es auch auf die ausgeübte Kampfsportart und das Trainingsumfeld sowie die lehrenden Trainer ankommt. Denn im Grunde kann man sagen, dass gerade Kampfsport und vor allem der Boxsport sehr gut zur Aggressionsprävention angewendet werden können. Aus diesem Grund wird das Boxtraining auch in vielen Jugendeinrichtungen als begleitende Resozialisierungsmaßnahme angeboten.

Warum ist der Boxsport besonders zur Aggressionsprävention geeignet?

Oft ist der Grund für nach außen tretende Aggressionen oder Gewalthandlungen die fehlende Selbstbeherrschung bei Provokationen. Gewalttätige Personen haben sich in schwierigen Situationen oft nicht unter Kontrolle und wissen sich nur mehr durch Schläge zu helfen. Beim Boxsport Training stehen Disziplin, Kontrolle der Aggressionen und Stressabbau im Vordergrund und sind Teil des täglichen Trainings.
Dieses ständige Simulieren von Stress- und Aggressionssituationen hilft Boxsport-Schülern auch im Alltag oder in brenzligen Situationen die Ruhe zu bewahren und gewaltfreie Lösungen für Probleme zu finden. Außerdem gelangen Box-Schüler nicht nur zu einer gesteigerten Selbstkontrolle, sondern stärken durch das Training auch ihre eigene Fitness und das physische Wohlbefinden.

Gründe für die positive Wirkung von Boxsport bei der Prävention von Gewalt

Die Gründe für die aggressionspräventive Wirkung von Boxsport sind vielschichtig. Durch das regelmäßige Training lernen die Schüler mit Gewaltsituationen umzugehen. Dies hilft in realen Situationen, da die richtige Vorgehensweise bereits im Unterbewusstsein abgespeichert ist. Auch der bei den meisten Kampfsporten vermittelte Ehrenkodex hilft die Aggressionen zu kanalisieren. Zu den wichtigsten Grundregeln zählen: „Keine Gewalt gegen Schwächere“ und „Angemessene Reaktion auf gegenwärtige Angriffe“.
Durch diese simplen Grundregeln ist die Gefahr das Erlernte zu missbrauchen sehr gering, da die Kampfsportler lernen mit ihren Kräften umzugehen und die Fähigkeiten angemessen einzusetzen.

3 Gründe für die positive Wirkung von Kampfsport

  1. Viele Jugendliche haben von sich aus großes Interesse verschiedenen Kampftechniken zu erlernen. Dadurch ergeben sich auch zu verschlossenen Jugendlichen ein Zugang und eine Gemeinsamkeit. Es entsteht eine Vertrauenssituation zwischen Trainer und  Schüler. Der Jugendliche lässt sich nach einiger Zeit vom Trainer auch Ratschläge abseits des Boxsports geben und nimmt sich diese zu Herzen. Dadurch entsteht ein Zugang zu den Jugendlichen wie er ohne Kampfsport nicht möglich gewesen wäre.
  2. Die vielfältigen Trainingsmöglichkeiten und die ständige Verbesserung der Kampftechniken sorgen für Motivation und lassen den Schüler ein Ziel verfolgen. Gerade für Jugendliche, die bisher keine Ziele hatten, kann der Boxsport eine erste Konstante im Leben bedeuten. Langeweile und Eintönigkeit kommen beim Kampfsporttraining nie auf.
  3. Das Boxsport-Training ist bestens geeignet, um Deeskalationsübungen und Konfliktlösungen einzubauen und die Jugendlichen somit auf reale Gewaltsituationen vorzubereiten. Gerade das Trainieren von Stresssituationen in lockerer Trainingsatmosphäre hilft vielen Jugendlichen im Alltag bei der Aggressionsprävention.

Durch das ständige Boxtraining werden neben dem körperlichen Wohlbefinden der Jugendlichen auch das Selbstwertgefühl, die Konzentration und die Selbstkontrolle gestärkt. Vor allem nicht ausreichend geförderte oder hyperaktive Jugendliche können sich beim ausdauernden Boxtraining auspowern und Aggressionen abbauen.

Durch die beim Boxsport oder anderen Kampfsportarten vermittelten Höflichkeitsrituale und den Ehrenkodex erlernen die Jugendlichen ein gewisses Maß an Höflichkeit, Respekt und Menschlichkeit gegenüber anderen Personen. Diese klar definierten Regeln helfen ebenso bei der Prävention von Aggressionen, da ein Fehltritt gegen den Ehrenkodex verstößt und vom Trainer und den anderen Kampfsportschülern negativ aufgenommen wird.

Wie man hoffentlich anhand einiger Beispiele sehen konnte, eignet sich Boxsport perfekt, um Aggressionen und Gewaltausbrüchen vorzubeugen und durch regelmäßiges Training mit dem eigenen Körper und der Außenwelt in Einklang zu kommen.

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